Tarragona
Tarragona ist Sitz des Erzbischofs und gehört mir ihrem bekannten Weinzentrum und den römischen Bauten zu einer der sehenswertesten und berühmtesten Städte Spaniens. Die Stadt erstreckt sich auf einem ca. 70 Meter hohen Hügel über dem Meer und hat ca. 120000 Einwohner. Der Hügel war bereits im 3. Jahrtausend v. Christus vorhanden, hier setzte sich dann ein Stamm fest, der der Stadt den Namen “Tarraco” gab. Die iberischen “Kessetaner” änderten ihn dann im 6. oder 7. Jahrhundert in “Cosse” um und machten den Ort gleichzeitig zu ihrer Hauptstadt.
Während des Punischen Krieges im Jahr 218 vor Christus eroberten die Römer die Stadt, die daraufhin wieder den Namen Tarraco erhalten hat. Tarraco war Erholungsort für die Adeligen Roms, einst Cäsar, Augustus und andere römische Kaiser residierten hier. Aus dieser Zeit stammen auch die römischen Bauten, wie Tempel, Paläste und Theater.
Vom “Portal de Roser” beginnend in einer Länge von ca. 1000 Metern zieht sich der “Passeig Arqueologic” mit einer Höhe von 3-10 Metern bis zum Ostende des Stadthügels entlang. Die unterste Schicht ist der Rest der etwa aus dem 6. Jahrhundert v. Christus stammenden iberischen Stadtmauer, darüber wurde 218 v. Christus die römische mauer hochgezogen. Aus der Zeit des Augustus stammt der Festungsbau, wobei das älteste Kunstwerk der Mauer die sechs erhaltenen Tore sind.
Im Archäologischen Museum finden sie unterschiedlichste Sammlungen römischer Kunst, darunter verschiedene Mosaike, ein Medusenhaupt, römische Skulpturen und Keramik. Direkt an das Museum angeschlossen steht der Prätorenpalast (Pretori Roma) dieser stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Palast sondern um einen der Türme die im laufe der zeit oft umgebaut wurden.
Hier soll angeblich Pontius Pilatus geboren worden sein. In dem Turm ist z.B. der Sarkophag des Hippolitus ausgestellt. An den Turm schloss einst der Zirkus an, von diesem heute nur noch Fundamente und Gewölbe erhalten sind. Aus der Zeit des Augustus stammt das Amphitheater das man auf dem “Parc del Mirande” findet. Heute stehen dort nur noch Ruinen, aber einst fasste das Theater 12000 Zuschauer.
259 nach Christus fanden hier Bischof “Fructuoso” und die Diakone “Augurio” und “Eulogio” den Märtyrertod. Im Westen der Stadt am Ufer des “Riu Francoli” steht eine altchristliche Nekropole aus dem 3.-6. Jahrhundert, hier sind Marmorsärge, Mosaiken und Urnen ausgestellt.
An der Stelle eines römischen Tempels in der Altstadt steht die im 12.-13. Jahrhundert erbaute Kathedrale, Sie gehören der römischen und gotischen Bauweise Spaniens an. An der Westfassade der 1278 begonnen aber nicht vollendet wurde sehen sie wunderschönen Skulpturenschmuck. Ältester Teil der Kirche ist die Apsis.
In der Capilla Mayor zu sehen ist ein Retablo der heiligen Thekla, Statuen des Apostel Paulus, und rechts vom Altar Das Grabmal des Erzbischofs Juan de Aragon aus dem 14. Jahrhundert. Am Ende des linken Seitenschiffes gelangen sie zur fünfeckigen Capilla de los Satres (Schneiderkapelle) mit einem Marienaltar. In den im 13. Jahrhundert begonnen Kreuzgang (Claustro) gelangen sie links von der Capilla de los Satres.
Im Westflügel sieht man noch den erhaltenen Mirhab, eine arabische Gebetsnische, der Rest der alten Moschee. Im “Museu Diocesa” sehen sie Messgewänder, Wandteppiche und Bildwerke. Das römische “Castrum” hinter der Kathedrale ersetzte der Erzbischöfliche Palast der aus dem 19.Jahrhundert stammt. Direkt dort angebracht ist der Festungsturm “Torre del Arquebisbe” von dem aus sie eine wunderschöne Aussicht genießen können und gleichzeitig höchster Punkt der Stadt ist. Weiter Museen die lohnenswert sind ist das “Museu d`Armes Antigues”, in dem historische Waffen zu sehen sind, das “Museu d´Art Modern”, in dem sie moderne Kunst besichtigen können und das im 15. Jahrhundert erbaute Haus der Patrizierfamilie “Castellarnau” in dem die gesamte Inneneinrichtung als Museum umgewandelt wurde.
Aussichtsreiche Promenaden ziehen sich vom “Balco del Mediterrani” über “Rabasada” und “Sabinosa” bis hin zum “Punta de la Morahin” hin. Im Südosten gibt es Bademöglichkeiten an der “Playa de la Pineda” und in “Salou” an der “Costa Daurada” die sie nutzen sollten. Hier finden auch Nachtschwärmer zahlreiche Unterhaltungsmöglickeiten.
