Jerez de la Frontera
Jerez de la Frontera hat ca. 190000 Einwohner und liegt inmitten der Provinz Cádiz. Die Stadt ist nur etwa 15 Km von der Mittelmeerküste entfernt und ist weltweit bekannt durch den berühmten, dort angebauten Sherry (Jerez) sowie die andalusische Reitschule.
Da der Jerez in England besonders beliebt ist und die Aussprache “Jerez” oder auch Xeres” für die Engländer zu schwer war, wurde kurzerhand daraus der “Sherry”. Die Herstellung des edlen Tropfens ist außergewöhnlich, Weine verschiedener Jahrgänge mir gleichem Charakter werden dazu verschnitten.
Durch das “Soleras System” (aufeinander gestapelte Fässer) kommt der Sherry zur richtigen Reife. Dieses System besteht normalerweise aus 3 übereinander liegenden Reihen. In der obersten befindet sich der jüngste, in der mittleren der Mittelalte und in der Untersten der Reife Jerez.
Der Sherry aus der untersten Reihe wird in Flaschen gefüllt und zum Verkauf angeboten und die entnommene Menge wird mit dem Sherry aus den obersten Fässern wieder aufgefüllt.
In die obersten Fässer wird danach der frische “junge” Sherry nachgefüllt, so ist der Sherry dauerhaft von bester Qualität und die Weine werden durch diese Prozedur am optimalsten vermischt.
Sherry gibt es in den verschiedensten Sorten, welche man durch Farbe und Süße unterscheidet. Der Süße Sherry, “Oloroso” genannt, hat einen etwas bernsteinfarbenen Ton mit einem Alkoholgehalt von 18 – 20 %. Der trockene “Fino” ist sehr hell mit einem Alkoholgehalt von 15,5 – 17 %. Der Medium, “Amontillado”, liegt farblich und geschmacklich genau dazwischen, mit einem Alkoholgehalt von 16 – 18 %.
Die Besichtigung einer “Bodegas”, wo der Sherry hergestellt wird, ist ein “Muss” für jeden Besucher von Jerez de la Frontera. Sie können sich jederzeit telefonisch anmelden, die Besichtigungen finden in der Regel mit Führung und einer zusätzlichen Weinprobe statt.
Nahe an der “Bodegas Gonzales Byass” gelegen befindet sich das im 11. Jahrhundert von den arabischen “Almohaden” erbaute “Alcazar”. Im Inneren des Alcazars gibt es eine gotische Kapelle, arabische Bäder und der im Renaissancestil erbaute “Palacio Villavicencio”, von dessen Turm aus Sie einen herrlichen Blick über die ganze Stadt genießen können.
Auf der Rückseite des Alcazars sieht man die 1695 erbaute Kathedrale “La Colegiata”, einst auf den Grundmauern einer Moschee erbaut.
Nordöstlich von der Kathedrale kommen Sie an der “Plaza de la Asunción” vorbei zu dem im Jahre 1575 errichteten “Casa del Cabildo”, das ehemalige Rathaus von Jerez, sowie zur 1430 erbauten Kirche “San Dionisio”.
Südöstlich von Jerez de la Frontera liegt das “La Cartuja” (Kartäuserkloster). Hier wurden erstmals deutsche, italienische und andalusische Rassepferde zur Kartäuserrasse gezüchtet. Karl III. schenkte Mitte des 18. Jahrhunderts der österreichischen Kaiserin “Maria Theresia” mehrere “Cartuja-Hengste”, diese bildeten den Stamm der berühmten Lippizaner.
Das Archäologische Museum befindet sich an der “Plaza del Mercado”. Stierkämpfe werden auch in Jerez einer großen Bedeutung zugeordnet, was das Museum südlich der Reitschule wieder spiegelt. Ein interessantes Uhrenmuseum finden Sie in einer der Bodegas von “Jerez La Atalaya”, das “Museo de Relojes”
Der zoologische Garten liegt im Westen der Stadt und im Norden haben Sie die Möglichkeit, die berühmte “Real Escuela del Arte Ecuestre” (Königlich Andalusische Schule der Reitkunst), in deren Ställen 60 edle Rassepferde gehalten werden. Täglich finden hier auch Dressurvorstellungen statt. Ein Besuch ist also wirklich lohnenswert.
Jerez de la Frontera gilt nicht nur als ein Zentrum für Wein-, Sherry- und Pferdefreunde, sondern auch der “Flamenco” erfreut sich hier besonders großer Beliebtheit. Alljährlich werden zwei riesige Feste abgehalten, in der ersten Maihälfte die “Feria del Caballo” mit großem Pferdeturnier, und in der ersten Septemberhälfte die “Fiesta de la Vendimia” mit einem aufwendigen, wunderschönen Flamencofestival”.
